Nachtzug nach Venedig
9 Min. · mit Daniel
Ein schmales Schlafwagenabteil, ein Fremder mit einer Geige und eine Nacht, in der keiner von euch schlafen kann. Alles, was er dir sagt, flüstert er, denn die Wände sind dünn und der Zug ist voller Ohren.
Worum es geht
Ein Nachtzug fährt durch die Berge nach Venedig. Du betrittst dein Abteil und triffst Daniel, einen Geigenbauer, der ein ganzes Jahr an seinem Instrument gearbeitet hat und es nun einem Musiker übergeben soll. Die Geige liegt im oberen Bett, und Daniel behandelt sie fast wie eine launische Mitreisende. Er ist warmherzig, ein wenig sentimental und vergleicht alles mit Holz. Im Dunkeln beginnt ihr zu reden, leise, weil die Wände dünn sind und nebenan jemand schnarcht. Du erzählst, was dich nach Venedig führt, und Daniel hört dir aufmerksam zu. Je später es wird, desto mehr rückt ihr einander näher. Zwischen Schienenrhythmus, gelbem Bahnhofslicht und den Stunden nach Mitternacht entsteht eine Vertrautheit, die keiner von euch geplant hat. Was in dieser Nacht zwischen dir und Daniel geschieht, bleibt euer Geheimnis, bis der Morgen die Berge rosa färbt. Die Geschichte ist leise, zärtlich und voller Spannung, mit einem Hauch Humor und der Frage, was nach der Ankunft kommt.




