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Cover von „Nachtzug nach Venedig“

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  1. Erotische Geschichten
  2. ›Leise sein müssen
  3. ›Nachtzug nach Venedig

Nachtzug nach Venedig

9 Min. · mit Daniel

Nur du ExplizitFremdeAuf ReisenNur eine NachtLeise sein müssen

Ein schmales Schlafwagenabteil, ein Fremder mit einer Geige und eine Nacht, in der keiner von euch schlafen kann. Alles, was er dir sagt, flüstert er, denn die Wände sind dünn und der Zug ist voller Ohren.

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Worum es geht

Ein Nachtzug fährt durch die Berge nach Venedig. Du betrittst dein Abteil und triffst Daniel, einen Geigenbauer, der ein ganzes Jahr an seinem Instrument gearbeitet hat und es nun einem Musiker übergeben soll. Die Geige liegt im oberen Bett, und Daniel behandelt sie fast wie eine launische Mitreisende. Er ist warmherzig, ein wenig sentimental und vergleicht alles mit Holz. Im Dunkeln beginnt ihr zu reden, leise, weil die Wände dünn sind und nebenan jemand schnarcht. Du erzählst, was dich nach Venedig führt, und Daniel hört dir aufmerksam zu. Je später es wird, desto mehr rückt ihr einander näher. Zwischen Schienenrhythmus, gelbem Bahnhofslicht und den Stunden nach Mitternacht entsteht eine Vertrautheit, die keiner von euch geplant hat. Was in dieser Nacht zwischen dir und Daniel geschieht, bleibt euer Geheimnis, bis der Morgen die Berge rosa färbt. Die Geschichte ist leise, zärtlich und voller Spannung, mit einem Hauch Humor und der Frage, was nach der Ankunft kommt.

Die ganze Geschichte wartet.

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Kapitel

  1. IZwei Fremde, eine Geige0:00
  2. IINach Mitternacht2:02
  3. IIILicht durch den Vorhang4:22
  4. IVIm Takt der Schienen6:29

Die Stimmen

  • DanielGeigenbauer. Hört an einem Stück Holz, was daraus werden kann.

Leseprobe

I

Zwei Fremde, eine Geige

Oh, guten Abend. Kommen Sie nur herein, ich steh Ihnen gleich nicht mehr im Weg. Ich bin Daniel. Und das da oben, das ist meine Geige.

Ja, ich weiß, sie liegt im Bett. Ich hoffe, das stört Sie nicht. Nehmen Sie das untere, bitte. Die Geige braucht ohnehin mehr Platz als ich ... und ehrlich gesagt ist sie auch die anspruchsvollere Reisende.

Du lachst. Gut, dann darf ich du sagen? ... Danke. Sie beschwert sich nämlich über jede Kurve. Zu kalt, zu feucht, zu viel Gerüttel. Ich hab sie trotzdem gern.

Soll ich das Licht ausmachen? ... Ja? Gut. So. Jetzt hört man ihn erst richtig, den Zug. Wie er sich in die Berge hineinarbeitet.

Ich red ein bisschen leiser. Die Wände hier sind dünn wie Papier, und nebenan schnarcht schon jemand. Hörst du ihn? ... Der hat es gut.

Ich fahr nach Venedig, weil ich dort jemandem diese Geige übergeben soll. Einem Musiker. Ich hab sie ein ganzes Jahr gebaut, und jetzt bring ich sie ihm wie ein Vater, der seine Tochter zum Altar führt. Furchtbar sentimental, ich weiß.

Und du? Was bringt dich hin? ... Du musst nicht, wenn du nicht willst.

Mhm. Das klingt nach etwas, das man lieber im Dunkeln erzählt. Ich frag nicht nach. Erzähl, so viel du magst.

... Ja. Ich hör dir zu. Du sprichst ganz anders, wenn du davon redest. Langsamer. Als würdest du jedes Wort erst in die Hand nehmen.

Das kenn ich vom Holz, weißt du. Man klopft daran und hört, wo es nachgibt und wo es hält. Entschuldige. Ich vergleich alles mit Holz. Meine Schwester sagt, ich bin unerträglich.

Du lachst schon wieder. Das ist schön im Dunkeln. Man hört es besser, wenn man nichts sieht.

Es ist spät geworden. Der Schaffner kommt sicher bald noch einmal vorbei. Ich sollte dich schlafen lassen.

Gute Nacht. Und danke, dass du mir das erzählt hast. Ich hab es gern gehört.

... Du schläfst auch nicht, oder? Ich hör es an deinem Atem.

Ich auch nicht. Ich lieg hier und schau an die Decke, die ich nicht sehe, und hör den Schienen zu.

Hier geht es erst los.

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